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10 August 2017

Sommerekzem

Als allergisches Sommerekzem ist eine bei manchen Pferden in der warmen Jahreszeit auftretende und jährlich wiederkehrende Hauterkrankung benannt worden. Diese entsteht infolge einer allergischen Reaktion auf Speichel von bestimmten Insekten (in unseren Breiten meist der Culicuides Spezies –Kriebelmücke). Häufig erkranken die Pferde ab dem 2.-3. Lebensjahr. Eine genetische Disposition wird angenommen, deshalb ist es empfehlenswert, Pferde mit Sommerekzem nicht für die Zucht einzusetzen.

Die krankhaften Hautveränderungen entwickeln sich nach Beginn der Flugzeit der Insekten (circa ab April). Das erste auffällige Symptom ist starker Juckreiz. Am häufigsten betroffen sind Mähne und Schweifrübe, aber auch um Augen und Ohren, entlang der Rückenlinie und am Unterbauch können Reaktionen auftreten. Die Haare werden abgeschubbert, die Pferde kratzen sich häufig wund und es kommt zu nässenden und borkigen Stellen. Über die warme Jahreszeit bleibt die Symptomatik in der Regel bestehen, im Winter heilen die Veränderungen meist wieder ab.


Therapiemöglichkeiten

Primär sind Überlegungen anzustellen, ob und wie durch Standortveränderung, Verschiebung der Weidezeit etc. die fraglichen Insekten von den Pferden ferngehalten werden können. Mücken treten vorwiegend in feuchten Gebieten auf, Stallungen und Weiden in der Nähe von Gewässern sind für Ekzemer also nicht empfehlenswert. Mücken mögen die Dunkelheit nicht, ein abgedunkelter Stall, in den die Pferde sich zurückziehen können, kann einem Pferd mit Sommerekzem sehr helfen. Die Mücken fliegen besonders gerne bei Sonnenaufgang und – Untergang, ideale Weidezeit wäre also von circa 09.00-16.00. Die tägliche Behandlung mit Repellentien (wie z.Bsp. Equirepell) erweist für eine gewisse Zeit Abhilfe gegen die Mücken. Was sich auch sehr bewährt sind spezielle Ekzemerdecken, die das Pferd permanent gegen die Mücken schützen. Auch die Fütterung sollte entsprechend angepasst werden. Es empfiehlt sich, eiweissarm zu füttern, sehr wichtig ist aber auch eine gute Versorgung mit Mineralstoffen.


Bei vielen Pferden hat man auch mit lokaler Behandlung der Scheuerstellen sehr guten Erfolg. Wichtig ist es, dass die betroffenen Stellen vor der Behandlung gut gesäubert werden, entweder mit klarem Wasser oder mit milden speziell antiallergischen Shampoos. Zur anschliessenden Behandlung gibt es die verschiedensten Lotionen auf dem Markt. Die besten Erfahrungen haben wir persönlich mit dem Equimyl der Firma Virbac gemacht.

Bei ganz schlimmen Fällen bleibt häufig nur eine Therapie mit Cortison. Dies muss zusammen mit dem Tierarzt aber genau besprochen werden, da allfällige Nebenwirkungen des Cortisons nicht zu unterschätzen sind (Hufrehe etc.) Leider ist auch dies nur eine Bekämpfung der Symptome, die Allergie bleibt bestehen. Sicher sind besonders im Bereich der Alternativmedizin noch weitere Therapiemöglichkeiten vorhanden, die bei den jeweiligen Patienten durchaus Erfolg bringen können und deshalb unbedingt ins Auge gefasst werden sollten. Im Weiteren ist es auch möglich, eine Desensibilisierung zu versuchen. Bei gewissen Pferd hat auch schon eine Impfung gegen Pilz zu einer Linderung der Symptome des Sommerekzems geführt.

In den meisten Fällen begleitet aber das Sommerekzem das Pferd und seinen Besitzer das ganze Pferdeleben mehr oder weniger ausgeprägt. Die Pflege eines Pferdes mit Sommerekzem ist meist sehr zeit- und kostenaufwendig. Ist man aber bereit, diesen Aufwand zu betreiben, kann man dem Pferd in den meisten Fällen doch ein pferdegerechtes Leben mit geringen Beschwerden ermöglichen.


Gegen den Juckreiz bei Sommerekzem, empfehlen wir das Equimyl der Firma Virbac