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12 July 2018

Insektenplage beim Pferd

Und wieder einmal sind mit den sommerlichen Temperaturen auch die lästigen Fliegen, Bremsen und Mücken aufgetaucht. Diese sind einerseits sehr lästig für unsere Pferde, andererseits ist tatsächlich auch eine Übertragung gewisser Krankheiten möglich. Es gibt verschiedenste Insekten, die zu unterschiedlichen Jahreszeiten aktiv sind und auch unterschiedliche Schadwirkungen hervorrufen. Die Pferde auf der Weide sind diesen Plagegeistern ausgeliefert. Pferde versuchen durch das Schlagen mit dem Kopf, den Beinen und dem Schweif diese lästigen Plagegeister zu vertreiben. Bei besonders starkem Befall mit stechenden Fliegen werden manche Pferde fast panisch und brechen durch Zäune oder verletzen sich bei ihrer Flucht an Bäumen, Sträuchern oder anderen Hindernissen auf der Weide.


Fliegenplage

Fliegen treten besonders in der warmen Jahreszeit gehäuft in den Ställen und auch auf der Weide auf. Der Pferdemist dient den Fliegen als Brutstätte. Die Fliegenweibchen legen mehrere hundert Eier dorthin ab, aus denen entstehen über 3 Larvenstadien (Maden) und über 1 Puppenstadium innerhalb 1-3 Wochen erwachsene Fliegen. Während der warmen Jahreszeit können sich unter einheimischen Bedingungen 6 - 10 Generationen entwickeln.

Die Stubenfliege, die Augenfliege und die Kopffliege belästigen die Pferde durch den Anflug und durch Berührungsreiz, insbesondere bei hoher Befallsdichte. Diese Arten besitzen eine grosse Affinität zu Wundsekret, das sie mit Hilfe ihrer leckend-saugenden Mundwerkzeuge als Nahrung aufnehmen.

Der gemeine Wadenstecher und die kleine und grosse Wadenstechfliege beunruhigen die Pferde neben dem Anflug vorrangig durch den schmerzauslösenden Stich und durch Blutentzug. Von nicht zu unterschätzender Bedeutung ist die Rolle der Fliegen als Überträger von Krankheitserregern.

Der gemeine Wadenstecher ist beispielsweise der Überträger vom Erreger der Sommerwunden und vom Virus der equinen infektiösen Anämie.


Bremsenplage

Die Bremsenplage gehört zu den ausgesprochenen Weideparasitosen. Die Pferde werden sowohl durch den Anflug als auch durch den Stich der Bremsen belästigt, beunruhigt und erleiden nicht zuletzt durch Blutentzug eine Leistungsminderung. Auch Bremsen spielen eine Rolle als Überträger von Krankheiten. Bremsen sind an feuchtwarme, wasserreiche Gebiete gebunden, dort erfolgt die Eiablage. Blutnahrung wird nur von den weiblichen Bremsen aufgenommen. Die weiblichen Tiere suchen bald nach dem Schlupf geeignete Wirte auf, zu denen das Pferd gehört. Eine Bremse vermag während des Saugaktes 0.2 -1ml Blut aufzunehmen. Die Pferde werden durch den Anflug und die Stiche der Bremsen stark beunruhigt. Die Pferde können scheuen, und nicht selten ist eine starke Belästigung durch Bremsen Anlass zu Unfällen. Es kommt zu Leistungsminderung und Konzentrationsschwäche. Bremsen stechen während einer Blutmahlzeit mehrfach die Haut an, dies kann zu Nachblutungen führen, was wiederum Fliegen anlockt. Die schmerzhaften Stiche der Bremsen lösen Juckreiz aus, häufig kommt es an der Einstichstelle durch die Ausscheidung eines Toxins auch zur Quaddelbildung. Dieses Toxin, das die Bremse beim Stechen ausscheidet hinterlässt eine herz- und kreislaufschädigende Wirkung. Bremsen übertragen auch Erreger, wie der Virus der equinen infektiösen Anämie, verschiedene bakterielle Erreger und Mikrofilarien.


Bekämpfung von Fliegen und Bremsen

Zur Bekämpfung der Fliegen und Bremsen unter Weidebedingungen ist die Anwendung von Pyrethroiden (Waschlösung + Bänder) eine Variante.

Bei Fliegen ist im Stall eine Bekämpfungsaktion mit Insektiziden im Raum sinnvoll. Auch der Einsatz von sogenannten Insektizid-Fliegenbändern ist empfehlenswert. Es empfiehlt sich, regelmässig die Einstreu und die Stallwände mit effektiven Mikroorganismen zu behandeln, dies dezimiert die Anzahl der Fliegen deutlich.

Bei den Bremsen empfiehlt sich das Aufstellen von sogenannten Bremsenfallen.

Am häufigsten kommen bei den Pferden die sogenannten Repellentien (z.Bsp. EquiRepell) zum Einsprühen zum Einsatz, um Fliegen und Bremsen über einen gewissen Zeitraum abzuwehren.